Nach dem Todesfall

Verständigen Sie nach Eintritt des Todes sofort den Haus- oder Notarzt. Nur ein Arzt darf den Tod feststellen und die erforderlichen Sterbepapiere ausstellen. In einem Krankenhaus oder Pflegeheim übernimmt das Personal diesen Anruf. Beachten Sie: Ein Notarzt bescheinigt nur, dass der Mensch verstorben ist. Ziehen Sie danach einen Hausarzt oder niedergelassenen Arzt hinzu. Dieser stellt die kompletten Leichenschaupapiere aus.

War der Verstorbene alleinstehend, müssen Sie sich um dessen Wohnung und Haushalt kümmern. Schalten Sie als erstes alle elektrischen Geräte ab, entfernen die Stecker aus den Dosen, drehen Sie die Heizung herunter, stellen Sie Gas und Wasser ab und finden Sie eine neue Unterkunft für eventuell hinterlassene Haustiere. Beachten Sie Kündigungsfristen für den Mietvertrag und denken Sie an Renovierungsarbeiten. Sprechen Sie mit dem Vermieter wegen der Wohnungs- und Hausschlüssel.

Die Wohnung muss aufgelöst werden. Sie können einen professionellen Entrümpler engagieren. Hier sollten Sie sich einen Kostenvoranschlag geben lassen, und er sollte Ihnen bei einer Vorbesichtigung mitteilen, was er alles mitnehmen möchte. Vereinbaren Sie einen Pauschalbetrag. Hat die Firma eine Haftpflichtversicherung, die mögliche Transportschäden ersetzt? Schauen Sie nach den kommunalen Abholterminen für Sperrmüll.Verschaffen Sie sich einen Überblick über den Nachlass, sortieren Sie Wertgegenstände und Erinnerungsstücke rechtzeitig aus. Für Wertgegenstände können Sie eine Annonce im Kleinanzeigenteil einer Zeitung aufgeben. Oder Sie verkaufen diese Dinge übers Internet, in Second-Hand-Läden oder auf Flohmärkten. Bei Sammlungen wie Münzen oder Porzellan bietet sich ein für diesen Fall spezialisierter Auktionator an, der dafür allerdings eine Provision verlangt.

Wollen Sie den Haushalt selbst auflösen, finden Sie in karitativen Einrichtungen dankbare Abnehmer für brauchbare Dinge aus dem Hausrat. Fast überall gibt es von Wohlfahrtsverbänden oder der Diakonie betriebene Kleiderkammern und Sozialkaufhäuser. Große und noch gut erhaltene Gegenstände werden kostenfrei abgeholt. Der Rest wird auf Wunsch preiswert entsorgt. Zum Beispiel von der Arbeiterwohlfahrt www.awo.org, dem Deutschen Caritas Verband www.caritas.de oder dem Deutschen Roten Kreuz www.drk.de.

Melden Sie das Auto ab und kündigen die KfZ-Versicherung.

Kündigen Sie die Mitgliedschaft in Vereinen, Einzugsermächtigungen, Daueraufträge, Bankkonten, Fernseh- und Rundfunkgebühren, Telefon, Mobiltelefon, Internet, Versicherungen, Zeitschriften, bestellen Sie Getränke- und Lebensmittellieferanten ab.

Machen Sie einen eventuellen Rentenanspruch bei der Bundesversicherungsanstalt Berlin oder bei den Landesversicherungsanstalten geltend. Antragsvordrucke für z.B. eine Witwer- und Witwenrente gibt es zum Download unter www.deutsche-rentenversicherung.de. Beantragen Sie bei der Rentenversicherungsstelle Überbrückungsgeld (dreimonatige Rentenfortzahlung).

Abmeldung bei der Krankenkasse: Dies ist wichtig wegen der eventuellen Weiterversicherung von Familienangehörigen im Rahmen der Familienhilfe.

Meldung des Sterbefalls beim Arbeitgeber.

Melden Sie den oder die Verstorbene der „Robinson-Liste“, damit unaufgeforderte Werbesendungen untersagt werden. www.robinsonliste.de

Kaufen Sie Trauerkleidung, wenn notwendig. Schwarz ist nach wie vor ein Symbol der Trauer. Doch auch gedeckte Farben wie dunkelblau sind angemessen. Die Kleidung sollte dem Anlass entsprechend, elegant und dezent sein. Männer tragen einen Anzug, Frauen ein Kostüm.

Benachrichtigen Sie Freunde, Bekannte, Kunden und Kollegen.